Ab auf die Matte: 3 Tipps für Yoga-Anfänger – und mein eigener (Um-)Weg zum Yoga

Du bist auf der Suche nach innerer Ruhe und Ausgeglichenheit und überlegst ob Yoga etwas für dich wäre? Damit du deine Yoga-Reise entspannt starten kannst, teile ich hier drei einfache Impulse – und meinen eigenen etwas holprigen Start.

Yoga ist für mich wie eine vielseitige Schatzkiste.

Es gibt Körper- und Atem-Übungen, Meditationen, Mantra-Klänge, philosophische Impulse für innere Zufriedenheit und Gesundheit und noch viel mehr. Und je nachdem, wie es mir geht und was ich gerade brauche, kann ich mir etwas aus dieser Fülle aussuchen.

Manchmal hilft mir Yoga dabei mich zu entspannen, manchmal bringt es mich in Schwung. Mal hilft es mir, mich besser zu verstehen – oder mich geborgen und getragen von einer größeren Liebe und Weisheit zu fühlen.

Das klingt doch toll, oder? Doch mein Weg zum Yoga hat etwas holprig begonnen.

Gemeinsam mit einer Mitbewohnerin habe ich mich während des Studiums zu meiner allerersten Yogastunde angemeldet. Was soll ich sagen – wir waren ziemlich überfordert mit den anspruchsvollen und perfekt ausgeführten Haltungen der Lehrerin und haben über die Verrenkungen, Ommms und Namastes der anderen Teilnehmer gekichert.

Wir sind dann schon bald nicht mehr hingegangen. Denn nach dieser Stunde hatten wir den Eindruck, dass Yoga nur etwas für super bewegliche “Gummimenschen” ist – oder, etwas überspitzt gesagt, für schon halb erleuchtete “Gurus”. 😉

Dass das so nicht stimmt, will ich dir hier zeigen. (Und wie es bei mir weiterging, erfährst du am Ende des Beitrags.)

Tipp 1: Es muss nicht kompliziert sein.

Yoga beginnt schon mit dem Atem. Du kannst dir den Atem wie einen Kompass vorstellen: Er führt uns immer wieder zurück ins Hier und Jetzt. Das beruhigt unser Gedankenkarussell und sorgt für Entspannung und neue Klarheit.

Im Yoga verbinden wir unsere Bewegungen mit dem Atem. Wenn du magst, kannst du das gleich mal ganz einfach ausprobieren:

Setz dich bequem hin und hebe mit der Einatmung die Schultern hoch zu den Ohren – und lass sie mit der Ausatmung genüsslich nach hinten und unten sinken.

Einatmen – Schultern heben. Ausatmen – Schultern senken.

Dabei führt der Atem die Bewegung an. Stell dir vor, dass der Atem dein Treibstoff ist, der die Schultern bewegt. So lange du einatmest, hebst du die Schultern – kommt der Impuls zum Ausatmen, lässt du sie sinken.

Tadaa – so beginnt Yoga im ganz Kleinen:

Atem + Bewegung = Yoga.

Bevor du in eine Pose (oder eine Alltagssituation) gehst, nimm dir einen Moment Zeit, um deinen Atem zu finden. Wie fließt der Atem? Kannst du spüren, wie sich dein Bauch hebt und senkt?

Tipp 2: Achte deine Grenzen – bleib bei dir.

Gerade am Anfang kann es verlockend sein, sich in Posen zu verrenken, um anderen Teilnehmern in der Klasse nachzueifern. Aber wir müssen uns nicht wie eine Brezel verbiegen. 😉

Hier ist der wichtigste Tipp (und das, was ich in meinen Stunden auch immer wieder betone): Respektiere deinen eigenen Körper und höre auf ihn.

Jeder Körper ist einzigartig, und es ist völlig in Ordnung, Pausen einzulegen oder eine Übung an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Dazu arbeite ich auch gerne mit Hilfsmitteln wie Blöcken oder einem Gurt, die uns vieles erleichtern können.

Yoga ist keine Wettkampfsportart. Es geht nicht darum, die anspruchsvollsten Posen zu meistern, sondern darum, mit Neugier, Achtsamkeit und Freude in die Bewegungen einzutauchen. Dein Körper wird es dir danken, wenn du ihm die Zeit gibst, sich ganz allmählich zu dehnen und zu stärken.

Auch hier hilft uns der Atem als Anhaltspunkt: Er sollte immer frei fließen. Wenn er in einer Haltung stockt, ist die Grenze überschritten.

Tipp 3: Finde “dein” Yoga.

Yoga ist flexibel – im wahrsten Sinne des Wortes. Du musst nicht täglich stundenlang üben, um die Vorteile zu spüren. Wichtiger ist es, dass du dran bleibst und eine Routine findest, die zu deinem Leben und deinem persönlichen Rhythmus passt.

Bist du eher ein Morgen- oder ein Abendmensch?
Möchtest du dich richtig auspowern oder eher zur Ruhe kommen?

Experimentiere mit verschiedenen Yoga-Stilen (z.B. kräftigendes Power Yoga, fließendes Vinyasa Yoga, dehnendes Yin Yoga oder tief entspannendes Restorative Yoga) und finde heraus, welcher zu dir und deiner Tagesform passt. Probiere verschiedene Yoga-Klassen aus und finde eine Lehrerin oder einen Lehrer, bei dem du dich rundum wohl fühlst.

Es gibt kein “richtig” oder “falsch” – es geht darum, was sich für dich gut anfühlt.

Mein Weg zum Yoga – diesmal aber wirklich

Achja, und wie es bei mir weiterging?

Ein paar Jahre nach meiner etwas unglücklichen ersten Yoga-Erfahrung gab es eine neue Gelegenheit für mich: Ich bekam als Journalistin den Auftrag, eine Reportage über Yoga zu schreiben.

Ich vereinbarte also eine Probestunde in einem nahen Studio und durfte mich dort nach persönlicher Anleitung bewegen, atmen, aufrichten und entspannen. Und dabei habe ich mir noch alle Mühe gegeben, mir die Übungen und meine Empfindungen gut einzuprägen, um sie in meinen Text einfließen zu lassen.

Das war das Ergebnis:

Südthüringer Zeitung/Freies Wort, Ausgabe 21.06.2017

Am Ende der Stunde bin ich förmlich aus dem Yogastudio geschwebt, so leicht und klar und glücklich habe ich mich gefühlt. Passenderweise begann am selben Tag ein Anfängerkurs, für den ich mich kurzentschlossen angemeldet habe.

Nach ein paar Jahren eigener Praxis habe ich dann meine vierjährige Ausbildung zur Yogalehrerin begonnen – und bin dankbar, dass Yoga heute einen festen Platz in meinem Leben und meiner Arbeit hat. Darum hier noch ein weiterer Tipp: Falls es beim ersten Mal zwischen dir und Yoga nicht “gefunkt” hat – gib dem Ganzen vielleicht noch eine zweite Chance. 😉

Mir ist es wichtig, ein bodenständiges und anschauliches Yoga weiterzugeben. Denn Yoga ist eben nicht nur – wie ich anfangs dachte – etwas für super flexible, erleuchtete Menschen. Die Yoga-Praxis ist für alle da und bietet uns eine einfache Möglichkeit, in wohligen Kontakt mit unserem Körper zu kommen – und damit auch mehr mit uns selbst.

Hast du Yoga schon mal ausprobiert – und wenn ja, wie war es für dich?

Alles Liebe,

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