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Innere Klarheit & Fokus

Sage, was du willst – nicht, was du NICHT willst!

Wir erschaffen unsere Welt mithilfe unserer Gedanken und unserer Sprache. Und je nachdem, wie wir die Dinge formulieren, ist das für uns hilfreich – oder es hält uns auf. Ein Beispiel macht’s deutlich.

Manchmal kann ich hellsehen: Wenn ich dich auffordere, jetzt auf gar keinen Fall an ein pinkes Faultier zu denken, weiß ich ziemlich sicher: Nun hängt ein pinkes Faultier in deinem Kopf herum.

Warum das so ist? Wir denken in Bildern. Und die Worte „nicht“ bzw. „kein“ sind abstrakt. Weil sie keine bildliche Entsprechung haben, werden sie von unserem Gehirn langsamer verarbeitet als der Rest der Botschaft. Der taucht deshalb als Bild in unserem Kopfkino auf – und wir sehen sofort das pinke Faultier vor unserem geistigen Auge, bevor wir begreifen, dass wir ja eigentlich „nicht“ daran denken sollten.

Diesen Mechanismus kannst du dir im Alltag zunutze machen. Denn hier wird deutlich: Denkverbote funktionieren nicht. So lösen Sätze wie „Du brauchst keine Angst zu haben“ oder „Keine Sorge, es tut nicht weh“ nicht etwa, wie beabsichtigt, Trost und Beruhigung aus – sondern eher Gedanken an die auch genannte Angst, Sorge und die bevorstehenden Schmerzen. Sie bewirken damit das Gegenteil von dem, was sie sollen.

Unsere Gedanken erschaffen unsere Realität

In der alltäglichen Kommunikation und auch in unserer Gedankenwelt sollten wir also darauf achten, die Dinge so zu formulieren, wie wir sie gern hätten –und uns nicht auf das beziehen, was wir nicht wollen. Nur dann fokussieren wir uns nämlich tatsächlich auf unsere Wünsche und Ziele anstatt auf das Negative und Ungewollte.

Das gilt in Beziehungen ebenso wie am Arbeitsplatz und in der Erziehung:

  • Vor einem Vortrag ist es hilfreicher, „Ich bin gut vorbereitet“ statt „Jetzt bloß nicht nervös werden“ zu denken.
  • Ärzte fahren besser mit der Strategie, ihren Patientinnen schlicht die Schritte ihrer Untersuchung zu erklären, statt „Keine Sorge, es tut nicht weh“ zu behaupten.
  • In der Schule bringt es wenig, Botschaften auszuhängen wie: „Im Treppenhaus wird nicht gerannt“. Das führt nämlich dazu, dass die Kinder mehrmals am Tag das Bild von rennenden Kindern im Treppenhaus im Kopf haben. „Wir gehen ruhig zu den Klassenräumen“ bringt da mehr.
  • Und bei einer Diskussion sollten wir unserem Gegenüber mitteilen, was wir uns wünschen: „Ich will pünktlich sein –könntest du dich bitte beeilen?“ statt „Nun trödel doch nicht so“.

Wenn du dich das nächste Mal bei einer Verneinung ertappst – und allein dieses Bewusstsein ist schon die halbe Miete –, kannst du dich fragen: „Was will ich stattdessen?“

Statt zu sagen, was du nicht willst – frage dich, was du stattdessen willst.

Diese Frage lenkt deinen Fokus auf die Dinge, die du dir für dein Leben wünschst und die du bestimmen und ändern kannst, anstatt auf all das, worauf du keinen Einfluss hast. So triffst du eine bewusste Entscheidung. Und viele solcher bewussten Entscheidungen helfen dir langfristig, ein eigenverantwortliches Leben zu führen.

Den Gedankenstrom in unserem Kopf können wir nicht verhindern. Wir können aber lernen, mit ihm umzugehen – und so Klarheit in unsere Gedanken zu bringen und uns auf das Wesentliche zu fokussieren. Damit wir künftig nicht mehr ungewollt an ein pinkes Faultier denk-… ach, Mist. 

Wie geht’s dir mit diesen Gedanken? Hast du weitere Beispiele aus deinem Alltag?

Alles Liebe,

Alina Sauer, Trainerin für aufrichtige und klare Kommunikation


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