Authentischer Ausdruck – wie geht das?

Ich sitze seit gefühlten Stunden vor einem weißen Dokument und will einen tollen Blogartikel schreiben… doch es geht einfach nicht weiter. Also – bis eben hat’s nicht mal angefangen. Der Grund: Ich wollte mal etwas Neues ausprobieren: Mich hinsetzen und die Worte „aus mir herausfließen lassen“. Das habe ich schon so oft gehört und gelesen in letzter Zeit: Den Kopf mal ausschalten, und aus dem Herzen heraus schreiben. 

Klingt auch super, nur merke ich gerade, dass da nix raus will aus meinem Herzen. Dass, jedes Mal, bevor ich die Worte in die Tastatur tippen will, eine kleine Stimme in meinem Kopf sagt: „Neeeeee, kannste nich machen! Was sollen denn die Leute, die das lesen, denken?! Die erwarten handfeste Informationen, gesichertes Wissen und nicht irgendsoeinen Schnulli, der dir aus dem Herzen fließt! Und was soll das überhaupt bedeuten: ‘aus dem Herzen fließen’?“ Darum dachte ich, wenn die Stimme schon keine Ruhe gibt, soll sie halt in diesem Artikel direkt mal persönlich zu Wort kommen. 

So, Alina. Jetzt erstmal tief durchatmen. Die Füße auf dem Boden spüren. Weiter atmen. Und weiter geht’s. 

Ich denke mir: Vielleicht hilft es dir sogar mehr, mal meinem inneren Dialog zu lauschen. Denn ich bin wahrscheinlich nicht allein mit solchen Gedanken: Was, wenn ich mich lächerlich mache? Wenn das, was mir wirklich am Herzen liegt, von anderen als dämlich, verrückt, naiv empfunden wird? Und was, wenn ich’s trotzdem aufschreibe und veröffentliche?

Bild Die Angst vor Sichtbarkeit annehmen

Die Angst vor Sichtbarkeit annehmen

Puh, schon spüre ich dieses Achterbahn-Gefühl im Bauch. Kein Auffangnetz weit und breit. Kein „ich trage nur Wissen aus verschiedenen Quellen zusammen und bin für den Inhalt dieses Textes darum gar nicht wirklich verantwortlich“. Keine journalistische Distanz (die ich mir in meiner Ausbildung dankbar als schützenden Panzer angelegt habe). Stattdessen: Ganz ich. Ganz echt. 

Und das sorgt eben für ein flaues Gefühl in der Magengegend. Eines, das nicht unbedingt angenehm ist – das mir aber gleichzeitig zeigt: Ich bin auf der richtigen Spur. Ich entfalte mich ein kleines Stück weiter. Wie eine Blume, deren Blütenblätter sich mit der aufgehenden Sonne langsam öffnen, fühle ich, wie ein kleines bisschen mehr ungefiltertes „ich“ auf meine Webseite strömt. Und das wiederum fühlt sich überhaupt nicht unangenehm an. Das wärmt. Das lässt das flaue Gefühl schmelzen und schwinden.

Alles Liebe,

Hier steht ein tolles Zitat, welches zu dir noch überlegen musst. Aber ich denke dir fällt was tolles ein.

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