Positives Mindset & liebevolle Gedanken

Zum Valentinstag: Was Liebe ist – und was nicht

Am Valentinstag teilt sich die Menschheit in zwei Lager: Die Blumen und Pralinen kaufenden Befürworter und die „Das ist ein Tag der Werbeindustrie“ propagierenden Verweigerer. Zu welchem Lager auch immer du gehörst: Hier sind sieben ungewöhnliche Ansichten zum Gefühl aller Gefühle.

1. Liebe ist gar kein Gefühl.

Liebe ist ein Seinszustand. Gefühle kommen und gehen, Liebe hingegen ist eine universelle Energie, die alles miteinander verbindet, sie ist eine Absicht, eine Wahl, die wir in jedem Augenblick treffen können: Wollen wir ängstlich, zornig, neidisch sein  oder lieben? Was würde die Liebe tun?

Gefühle, heißt es, dauern nicht länger als 90 Sekunden an – sie sind Energie in Bewegung. Liebe hingegen bleibt. Wir alle tragen sie in uns; und so ist es auch an uns, sie hervorzurufen und herauszulassen und zu leben. Das bedeutet auch:

2. Liebe ist eine Aktivität.

Der Psychoanalytiker Erich Fromm vergleicht „die Kunst des Liebens“ in seinem gleichnamigen Buch mit dem Erlernen eines Instruments oder Handwerks. Zwar bestehe für die meisten Menschen die Schwierigkeit darin, geliebt zu werden, schreibt er – dabei sei es die eigentliche Kunst, selbst zu lieben.

Und die Kunst des Liebens zu erlernen, hat mit Arbeit zu tun – denn Liebe ist eine Aktivität. In unserem Sprachgebrauch gilt ein Mensch als aktiv, wenn er sich bewegt und somit Energie aufwendet. Doch Energie entsteht auch im Geiste: In Form von Gedanken und Emotionen (E-Motion = Energie in Bewegung). Liebe ist somit keineswegs passiv, wie es vielleicht zunächst den Anschein hat: Liebe bedeutet (geistiges) Wachstum. Sie ist stets freiwillig – und somit ein ständiges Sich-entscheiden: für einen Menschen, für eine Beziehung, dafür, zu wachsen und das Beste aus sich und den geliebten Menschen herauszuholen.

3. Liebe bedeutet Freiheit.

Erich Fromm unterscheidet zwischen reifer Liebe und „symbiotischer Vereinigung“. Bei Letzterer ist der eine Part der Sadist, also der an sich bindende, demütigende ist und der andere der Masochist, der sich an den anderen bindet und sich unterwirft. Beide, Sadist und Masochist, sind voneinander abhängig – und somit nicht frei.

Reife Liebe hingegen sieht er als das Phänomen, bei dem aus zwei Menschen einer wird – und doch zwei bleiben. Denn bei wahrer Liebe bleiben beide die Person, die sie vorher waren – sie halten ihre Unterschiede aus, engen sich nicht ein und holen gegenseitig das Beste aus sich heraus.

4. Liebe und Egoismus schließen sich nicht aus.

In diesem Sinne sind Liebe und Egoismus, die gemeinhin ja eher als Gegenpole gelten, durchaus miteinander kompatibel. Denn wenn man in einer Beziehung nicht verschmilzt, sondern sich gegenseitig genug Raum zur Entfaltung lässt, ist allen Beteiligten geholfen: Wenn ich die beste Version meiner Selbst bin, wenn ich für meinen Freiraum und meine Grenzen einstehe, dann wirkt sich das auch positiv auf mein Umfeld aus.

Der Titel eines Buchs von Marschall B. Rosenberg, dem Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, fasst das gut zusammen: Es heißt „Wie ich dich lieben kann, wenn ich mich selbst liebe“.

Wenn ich mich frei – im wahrsten Sinne des Wortes – ent-wickeln kann und so mit mir selbst im Reinen bin, dann laufen auch meine Beziehungen besser. Oder andersherum gefragt: Wie soll ich denn großherzig mit anderen umgehen, wenn ich es nicht einmal mir Selbst gegenüber schaffe?

5. Liebe dich selbst und es ist egal, was die anderen tun.

Selbstliebe ist also die Basis für ein erfülltes Leben mit verwirklichten Träumen.

Das Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ von Bronnie Ware verdeutlicht das eindrucksvoll: Nichts bereuen Sterbende demnach häufiger und mehr, als nicht das Leben geführt zu haben, das sie eigentlich hätten führen wollen. Weil ihnen der Mut fehlte, sich selbst treu zu bleiben und sie stattdessen so lebten, wie andere es von ihnen erwarteten.

Und dieses Verhalten wird schon früh geprägt: Bereits als Kinder nehmen wir instinktiv wahr, wie wir uns verhalten müssen, um von den Erwachsenen die Zuneigung zu bekommen, die wir uns wünschen – und passen unser Verhalten daran an. Als Kind ist man schließlich hilflos ohne die Liebe und Zuneigung der Eltern.

Die Strategien, die wir uns im Laufe unserer Kindheit aneignen, um unsere Bedürfnisse nach Wärme und Geborgenheit zu erfüllen, verankern sich im Unterbewusstsein  und wirken bis ins Erwachsenenalter.

Davon zeugen Glaubenssätze wie „Ich muss perfekt sein“ oder „Ich muss es allen recht machen“. Solche Gedanken zu erkennen und zu hinterfragen ist wichtig, damit wir uns ein Leben nach unseren eigenen Vorstellungen und Träumen erschaffen können und nicht nach den Vorstellungen von anderen.

6. Wahre Liebe ist eine Einbahnstraße.

Oft – und gerade in unserer kapitalistisch geprägten Gesellschaft – wird Liebe verwechselt mit einem Tauschgut, das einen Deal beinhaltet: „Ich gebe dir meine Liebe, wenn du …“. Mit wahrer Liebe hat das nichts zu tun. Liebe ist alles aber kein Kommerz.

Liebe ist eine öffnende Energie, sie macht uns weit. Die Wenn-dann-Version, die viele leben, engt hingegen ein. Sie ist an eine Erwartung geknüpft und damit an das Ego. Wahre Liebe beinhaltet keine Gegenerwartungen – sie ist bedingungslos.

Wir haben nur Einfluss auf uns selbst, nicht auf andere Menschen. Und so sehr wir uns auch anstrengen: Liebe kann man nur geben, nicht von anderen erzwingen.

7. Es ist genug Liebe für alle da.

Liebe ist keine Ressource, die irgendwann knapp wird und erschöpft ist. Liebe ist in jedem von uns, und wenn wir sie herauslassen, an andere verteilen, dann wird sie mehr. Wenn wir Liebe an einen Menschen oder an uns selbst verteilen, dann nehmen wir niemandem etwas weg. Im Gegenteil: wir machen die Welt ein bisschen besser.

Dazu müssen wir nur unser Ego abschalten, das uns schützen will: vor dem Schmerz, dass unsere Liebe nicht erwidert wird. Dieser Angst, die in jedem von uns existiert, müssen wir uns bewusst werden – und sie liebevoll annehmen. Es ist ok, dass die Angst da ist – wir dürfen uns nur nicht von ihr leiten lassen. Sondern der Liebe den Vorzug geben.

Also: Überschütte die Welt mit Liebe. Sei verschwenderisch mit der Liebe.

Sie ist eine wunderbare, unerschöpfliche Ressource. Sie schwirrt herum, sie ist in uns – wir müssen sie nur herauslassen.


Bonus: Die Liebe verbreiten

Wie das geht? Zum Beispiel mit der Metta-Meditation, auch Liebevolle-Güte-Meditation genannt, einer uralten buddhistischen Meditationsform. Das Ziel: eine liebevolle, wohlwollende Haltung gegenüber der Welt, sich selbst und allen Lebewesen zu entwickeln.

Begib dich dazu an einen Ort, an dem du ungestört bist, nimm eine bequeme Sitzhaltung ein und schließe die Augen.

Zu Beginn geht es darum, Wohlwollen und Freundlichkeit gegenüber dir selbst zu entwickeln. Zum Beispiel indem du die folgenden Worten sprichst oder in Gedanken wiederholst:

  • Möge ich glücklich sein.
  • Möge ich mich sicher und geborgen fühlen.
  • Möge ich gesund sein.
  • Möge ich mit Liebe und Leichtigkeit durchs Leben gehen.

Dies kannst du nun mit einem dir nahestehenden Menschen wiederholen – vielleicht einem Freund oder ein Familienmitglied. Nun geht es darum, diesem Menschen ebenso Wohlwollen, Freundlichkeit und Liebe zukommen zu lassen:

  • Mögest du glücklich sein.
  • Mögest du dich sicher und geborgen fühlen.
  • Mögest du gesund sein.
  • Mögest du mit Liebe und Leichtigkeit durchs Leben gehen.

Denke als nächstes an eine Person, zu der du kein besonderes Verhältnis hast – der gegenüber du also weder Abneigung noch Zuneigung empfindest und wiederhole die obigen Worte oder passe sie deinen momentanen Bedürfnissen an.

Und dann – nachdem du Wohlwollen gegenüber dir selbst, einem nahestehenden und einem neutralen Menschen gegenüber geübt hast – widme dich einer Person, die du nicht magst. Gerade zu Beginn wird das der schwierigste Teil. Es geht darum, den anderen durch den Zorn und die Wut hindurch auch als Menschen zu sehen.

Zum Schluss kannst du alle Menschen in die Meditation einschließen und deine liebevollen und wohlwollenden Gefühle an sie senden: An dich selbst, an nahestehende, neutrale und negativ behaftete Menschen und an alle anderen Lebewesen.

  • Möget ihr glücklich sein.
  • Möget ihr euch sicher und geborgen fühlen.
  • Möget ihr gesund sein.
  • Möget ihr mit Liebe und Leichtigkeit durchs Leben gehen.

Beende dann deine Meditation, wenn du das Gefühl hast, zur Ruhe gekommen zu sein und alles gesagt zu haben, was dir wichtig war. Atme dazu noch einige Male tief ein und aus und komme zurück ins Hier und Jetzt.


Egal ob Valentinstags-Befürworter oder -verweigerer: Ich wünsche dir einen schönen Tag im Zeichen der Liebe. ∞

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