Halb voll oder halb leer? Wie wir Optimismus trainieren können

Wir sehen immer die Dinge, auf die wir besonders achten. Wenn wir uns das bewusst machen, können wir einen mentalen Scheinwerfer gezielt auf die positiven Aspekte in unserem Leben richten – und den negativen so weniger Macht über unser Wohlbefinden einräumen.

Als Kind habe ich mit meinem Opa oft ein Spiel gespielt. Es basierte auf der Aussage meines Opas: „Alles hat Vor- und Nachteile“.

Mein Part in dem Spiel war, dass ich mir alle möglichen Dinge ausgedacht habe, zu denen mein Opa dann die jeweiligen Vor- und Nachteile genannt hat: ganz gewöhliche Dinge wie ein Telefon, Eis, Nachrichten, ein Kochtopf – und natürlich die harten Brocken: Glück, Tod, ein Unfall, ein Lottogewinn.

Und jedes Mal bekam ich eine Antwort. Die Erkenntnis? Eben das: Alles hat Vor- und Nachteile.

Die Fülle im Leben erkennen

Das anzuerkennen ist ein guter Anfang, um mehr Zufriedenheit zu empfinden. Denn viele Menschen achten eher auf die Nachteile einer Situation. Doch wenn ich vor allem meckere und mich beschwere, dann nehme ich auch nur die Dinge wahr, die mich stören. Und sie vermehren sich, verdichten sich, werden schlimmer.

Wenn ich mir hingegen überlege, welche Vorteile die Situation hat, dann ändert das rein gar nichts an der Situation – aber ich nehme sie plötzlich viel positiver wahr.

Konkret kann das so aussehen:

  • Dauerregen? Die Pflanzen können wachsen – und ich mich ganz gemütlich drinnen mit einem Buch verkriechen.
  • Unordnung in der Wohnung? Ich habe ein Dach über dem Kopf.
  • Zug verspätet? Geschenkte Zeit für mich.
  • Kühlschrank leer? Ich komme auf dem Weg zum Supermarkt an die frische Luft und darf mich bewegen.
  • Dreckiges Geschirr in der Spüle? Ich bin satt.
  • Bei der Arbeit einen Fehler gemacht? Ich kann daraus lernen und daran wachsen.
  • Vorbereitungsstress für einen Geburtstag? Ich darf den Tag mit lieben Menschen verbringen.
  • Müde? Mein Körper will sich erholen.

Noch einmal: Die Situation bleibt die gleiche. Das Gefühl dahinter ist jedoch ein ganz anderes.

Also: Mach es dir zur Gewohnheit, das Spiel “Vor- und Nachteile” zu spielen. Am besten natürlich für die Dinge, die gemeinhin eher als unangenehmen gelten: Hausarbeit, Steuererklärung, Müdigkeit und so weiter.

Mit der Einstellung “Wer weiß, wozu es gut ist” lassen sich auch eher negative Erfahrungen und Gedanken in einem schöneres Licht setzen.

Nicht verdrängen – Perspektive wechseln

Es geht dabei nicht darum, Negatives zu verdrängen und die Augen vor Problemen zu verschließen. Es geht eher darum die Perspektive zu wechseln – und sich darauf zu trainieren, immer zuerst das Positive zu sehen. Denn das ist etwas, das uns in unserer Gesellschaft nicht gerade kultiviert wird.

Und es geht noch um eine andere wichtige Erkenntnis: Alles hat zwei Seiten. Es gibt nicht nur schwarz und weiß – die meisten Dinge sind grau, in verschiedenen Schattierungen. Nichts ist nur negativ oder nur positiv.

Es lohnt sich unbedingt, auch das Gute im vermeintlich Schlechten zu sehen:

Und manchmal kann es auch hilfreich sein, über die Nachteile einer vermeintlich guten Sache nachzudenken: Um nicht auf Werbung hereinzufallen zum Beispiel, oder um seine Daten nicht aus lauter Bequemlichkeit preiszugeben.

Gezielt auf die schönen Dinge achten

Prinzipiell ist das Vor- und Nachteile-Spiel vor allem ein guter Trick, um sich selbst spielerisch auf Optimismus zu trainieren. Ich lade dich ein, einfach mal mit diesem Gedanken zu experimentieren – und dir einen Spaß daraus zu machen, beide Seiten der Medaille zu erforschen.

Das Tolle und Spannende daran ist: Unser Kopf lässt sich wie die Muskeln in unserem Körper trainieren. Das Zauberwort lautet Neuronale Plastizität (oder Neuroplastizität). Das bedeutet, dass das Gehirn die Eigenschaft besitzt, mit Training veränderbar zu sein. Damit ist Neuroplastizität die Grundvoraussetzung für jede Form des Lernens: Mittels Training verändern sich die Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn – sie werden stärker oder schwächer. Wir können unser Gehirn also trainieren wie einen Muskel. Mit Knobeleien um unsere Konzentration zu fördern, aber auch mit geistigen Übungen, um unsere Weltsicht gezielt zu verändern.

Unser Kopf ist wie ein Straßennetzwerk. Er besteht aus Nervenbahnen, über die Informationen übertragen werden. Wir sind neuronal vernetzt, heißt das in der Fachsprache.

Neuronale Plastizität: Wir werden zu unseren Gedanken

Man könnte auch sagen: Unser Nervennetzwerk ist wie eine Datenautobahn – und wenn ich einen Weg oft benutze, dann wird er breiter. Je öfter sie beschritten werden, desto dicker, geebneter und schneller werden sie.

Wenn ich nur die Datenautobahn für das Negative nutze, weil ich mich nur darauf konzentriere – ist das die dickere Autobahn und ich werde schneller in ein schlechtes Gefühl kommen, als in ein gutes, weil es der schnellere Weg ist. Aufbau unserer Nervenstränge, Zelle und verbünden. Wenn ich etwas Positives habe, und das eher befeuere, wird diese Autobahn dicker – und dann fällt es mir irgendwann leichter, diesen weg zu benutzen.

Wir können das Glas halb voll oder halb leer denken! weil die Autobahn besser ausgebaut ist. reine neuronale VernetzungDas Gehirn ist kein statisches Gebilde, sondern unterliegt fortlaufend Umbauprozessen

Unsere Neuronen sind faul und begehen den geebneten Weg lieber.

Dazu ein Zitat von Henry Ford (amerik. Automobilproduzent, 1863–1947):

Ob du glaubst, du schaffst es, oder ob du glaubst, du schaffst es nicht – du wirst auf alle Fälle recht haben!

Alles Liebe,

Hier steht ein tolles Zitat, welches zu dir noch überlegen musst. Aber ich denke dir fällt was tolles ein.

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