Positives Mindset & liebevolle Gedanken

Über falsche Vorstellungen und (zu) späte Einsichten

Ein Tag auf der Palliativstation entkräftet so manches Klischee: In erster Linie geht es dort nicht ums Sterben  sondern um Lebensqualität. Und manche Patienten merken erst dort, was für sie wirklich zählt.

Geschlossene Fenster und heruntergelassene Jalousien, an Schläuche angeschlossene Menschen, bedrückende Atmosphäre. Das waren die Bilder, die mir vor meinem Recherche-Tag auf der Palliativstation durch den Kopf schwirrten.

Und wie das oft so ist: Keines davon bestätigte sich. Richtig ist: Eine Palliativstation ist der Teil eines Krankenhauses, in dem unheilbar kranke Menschen behandelt werden. Richtig ist aber auch: Eine Palliativstation ist entgegen der landläufigen Meinung  keine „Sterbestation“.

Nicht nur Ärzte und Pfleger arbeiten dort, sondern auch Physio-, Ergo- und Musiktherapeuten, Psychologen und Seelsorger. Es geht darum, den unheilbar Kranken unnötiges Leid zu ersparen: Schmerzen und Ängste zu lindern, ihre Lebensqualität  auch mit alternativen Behandlungsmethoden  zu erhalten und sie möglichst wieder nach Hause, in ihre gewohnte Umgebung, zu entlassen.

Die wichtigste Erkenntnis an diesem Tag war allerdings eine andere. Eine sehr schlichte, nicht bahnberechend neue, aber viel zu oft vergessene oder verdrängte:

Der Tod macht uns alle gleich.

Damit meine ich: Wenn Menschen die Diagnose „Krebs“ erhalten, brauchen sie nichts weiter als Liebe. Arm ist, wer in einer solchen Situation niemanden hat, der sich um einen sorgt, der mit einem weint, spricht, kuschelt, lacht oder einfach nur Zeit verbringt.

Vielen Patienten sei es im Angesicht ihrer plötzlich begrenzten Lebenszeit vor allem wichtig, alte Streitereien beizulegen und Frieden mit Verwandten und Bekannten zu schließen, wurde mir erzählt. Denn Geld und Luxus, gekränkte Eitelkeit und falscher Stolz setzen sich nicht ans Krankenbett und halten deine Hand, wenn es hart auf hart kommt. ∞

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